Traktor 2

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Heute landete eine Infomail von Native Instruments in meinem Postfach, die das Release von Traktor 2 verkündete. Klick-Klack-Kluck, Klapperdiklapp, Softwareupdate via Download für 69 € gekauft und geladen. Meine ersten Erfahrungen diesen Abend waren sehr positiv.


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Zunächst fällt auf, dass man für Traktor 2 nicht nur eine eigene Serial bekommt und scheinbar keine Prüfung auf ein Installiertes Traktor 1 gemacht wird. Durch das Update hat man einfach eine Traktor 2-Serial erworben und kann es ganz normal installieren. Das heißt auch, dass Traktor 1 nicht wirklich aktualisiert, sondern Traktor 2 als zusätzliches Programm installiert wird. Das nenn ich Pro, denn ich kann entscheiden, was ich wie mache.

Der neue Look gefällt mir sehr gut. Die Farben passen besser zur Hardware (X1/S4) und doch ist es Traktor geblieben. Ich habe mich sehr auf die verbesserte Loop-Darstellung im Transport gefreut, die jetzt einen Loop nicht mehr nur durch In/Out-Marker anzeigt, sondern den gesamten Loop farblich unterlegt. Die Auflösung des Transports ist jetzt viel feiner einstellbar, nicht mehr nur in 3 Stufen.

Als negativ zu bewerten ist, dass die Oberfläche zur Konfiguration der Controller in Traktor immer noch so benutzerunfreundlich unbrauchbar ist, wie früher. Warum muss eine Liste, die dutzende recht komplexe Einträge enthält, auf wenige Zeilen und Spalten begrenzt sein!? Warum kann hier nicht ein Fenster aufgehen, das maximierbar ist, vlt. noch den Controller anzeigt, sofern bekannt und die Funktionen per Drag'n'Drop zuzuordnen sind? Stattdessen muss ich mir in diesem viel zu kleinen Ausschnitt dieser Tabelle über Dropdowns mit teils kryptischen Beschreibungen jede Taste einzeln zusammenklicken. Das ist nicht state-of-the-art 2011! Der Controller-Editor ist nicht gerade besser und ohnehin nur für Midimode gedacht. Weiterhin ist schade, dass Traktor noch immer nicht das MP3-Streaming beherrscht. Ich will nichts von Lizenzkosten hören. Bei einem Produkt, das 200 Tacken kostet, sollte das machbar sein. Zumal es genug kostenlose Software gibt, die es auch kann und mit Lizenzen auch keine Probleme hat. Notfalls wird ein externer Encoder verlangt, der nicht mitgeliefert wird.

Die Revolution ist, obwohl es eigentlich keine große Sache ist, das Sampledeck. Man kann sich jetzt entscheiden, ob man ein Deck als normales Deck oder als "Sampledeck" verwenden möchte. Ein Solches besteht aus 4 Slots für Samples. Diese können aus allen möglichen Quellen bestückt werden: Loops aus Decks, Live-Input, Dateien. Sie haben einen eigenen HP/LP-Filter je Slot und sind in der Lautstärke regelbar. In Verbindung mit Scratch/Timecode gibt es noch mehr Möglichkeiten, die mich persönlich jedoch nicht weiter interessieren.

Was bedeutet das nun für das DDJing? Ich sehe darin die Fortsetzung der Konvergenz von DDJing und Live-PA. Während ich jetzt erst mal anfange mit 3 normalen Decks und einem Sampledeck zu arbeiten, könnte man ja auch 1 normales Deck, z.B. als Loop-/Samplequelle und 3 Sampledecks, also insgesamt 12 Slots einstellen. In Kombination mit einer guten Samplesammlung und dem Browser ergibt das eine 12- oder gar 16-Spur-Loop-Machine. Jetzt kann ich entscheiden, ob ich einen Titel spielen will, wie er ist, oder ob ich selbst was zusammen baue. Mit Blick auf Maschine verschwimmen die Grenzen zwischen Synthie, Sampler, Loop-Sampler und Deck. Ich vermute, dass letztendlich Traktor und Maschine fusionieren wird.

Das bedeutet auch, dass die Set-Vorbereitung, will man das nutzen, aufwändiger wird. Doch das ist gut so, denn gerade als DDJ ist man von Seiten der konservativen Vinyl-Verehrer oft dem Pauschalverdacht des Sync-n00bs ausgesetzt. Nun, die Vinylverehrer können ja gerne mal versuchen einen Vollgas-Traktor v2 ohne Timecode und Sync zu steuern. Ich denke sie würgen ihn ab und stellen fest, dass ein guter DDJ viel zu tun hat und seine Qualität ganz essenziell von seinem Verständnis dieser Musik abhängt. Letzenendes wird die Performance überzeugen und das Lager der Vinylisten wird uns DDJs vielleicht endlich respektieren. Ich jedenfalls respektiere das Ergebnis, egal womit es entstanden ist.

Die Kontrol S4-Besitzer dürfen ja schon länger mit diesen Neuerungen arbeiten. Jetzt wo die breite Masse der Traktornutzer auch in ihren Genuss kommt, bin ich gespannt, was daraus entsteht.

Comments

Traktor2

Dj Tom K's picture

Jo sevus,
hab mir die zweier latürnich auch zugelegt. Optisch spricht es schon an, obwohl mir persönlich die Grids jetzt etwas zu sehr untergehen. Ich habe aber auch noch nicht alle Einstellungen durch getestet. Es soll ja einiges an Flexibilität hinzu gekomen sein. Z.B. ist die Funktion des Automixes (für ein Vorprogramm) wesendlich besser geworden. Da war manches BPM-Studio immer noch besser als die blends von Traktor.
Ich habe auch gleich ne Stunde gemischt und dabei ein paar neue Scheiben ausprobiert. Ging gut von der Hand, das Ergebnis demnächst in diesem "Theater" :)

Greets Tom K.

Grid

SirJack's picture

Jo, das Grid hat mir auch gefehlt, kann man aber in den klassischen Modus zurückschalten.

Ich hab an dem Abend stundenlang mein rechtes X1 umkonfiguriert, damit ich Deck D als Sampledeck steuern kann. Besonders die LED-Steuerung war bissl Rumfuddelei. Aber kennst mich ja 8o)

Jackman