bio: 1992-2011

Von meinen Eltern bekomme ich etwas Musikalität mitgegeben. Ich lerne einige Jahre Orgel und Klavier in einer mittelmäßigen Musikschule. In der Pubertät bleibe ich als adoleszenter Jugendlicher auf was Neuem hängen, was man damals »Techno« nannte. Alex Christensen mit »Das Boot« hat mich 1992, als ich 13 Jahre alt war, angefixt.

Die ehrliche Messagelosigkeit und der ungewöhnliche Sound dieser Musik, über die die meisten anderen nur den Kopf schüttelten, war für die Zeit perfekt. Die Frankfurter Wintermayday, die damals aufwändigste Mayday ever, war mein erstes großes Event, im Jahr darauf die Loveparade 1996 »We are one family«.

Als Kreativling reichte mir Konsum aber bald nicht mehr. Ich fing an, mit meinen ersten Compilations zu mischen und unternahm die ersten Gehversuche mit Scream Tracker und Fast Tracker. Auch intellektuell setze ich mich mit der Musik auseinander. Die reine konsumorientierte, kritiklose Feierei fand ich abstoßend.

Nach dem Abitur legte ich mir mein erstes DJ-Set, ein Reloop RM2000 Mixer und zwei Reloop direktgetriebene Drehteller mit Concorde S-Systemen zu. Jeden Monat stapfe ich ins darmstädter Pentagon und kaufe Platten. Stilistisch bewege ich mich hauptsächlich im minimalistischen, experimentellen und Techhousegefilde. Force Inc. und Forcetracks sind die meistgekauften Labels. In einer Tanzschule lege ich das erste mal für ein bisschen Geld auf. Ich beginne Kontakte zu knüpfen und übe das Handwerk. Nach dem Zivildienst fing ich an zu studieren, das Geld reichte nicht mehr für Platten und die kreative Ader versiegte erst mal wieder. Meine Clubs dieser Zeit waren das Dorian Gray, der Paramount Park und das Palazzo in Bingen. Ich besuchte einige Love Parades, viele Nature Ones und die schönste aller Paraden: Die züricher Streetparade.

Schließlich entdecke ich Propellerheads »Reason« und fange wieder an herumzubasteln. Es kommen einige Tracks dabei heraus, mit denen ich aber nie zufrieden bin. Außerdem fehlt mir die Zeit, mich damit zu beschäftigen.

Einige Jahre später, Loveparade ist peinlich, Nature One Camping unerträglich eng, Dorian Gray, Paramount Park und Palazzo Bingen existieren nicht mehr, der Hype ist vorbei, doch elektronische Musik ist mir geblieben. Mittlerweile ist Reason 4 erschienen und ich lerne Winni aka DJ Tom K kennen. Wir beide finden miteinander den Weg zur Musik zurück und wollen daran arbeiten. Auch jetzt wieder machen es mir meine Lebensumstände nicht leicht, doch der Drang bleibt. Und schließlich, Anfang 2010 lege ich mir mein zweites DJ-Set zu. Dieses mal Traktor Scratch Pro, zwei Kontrol X1 und einen günstigen Behringer-Mixer für den Hausgebrauch. Seitdem steht die elektronische Musik wieder ganz vorne.

Ein Jahr später habe ich bei einem Veranstaltungsradio und einer Ausstellung gespielt und durfte sogar den Club, in dem ich zurück zum Mischen fand, beschallen: Das ToY in Stuttgart - BEST CLUB EVER 8o). Es soll weiter gehen in 2011, ich möchte voran kommen...